Das Corona Tagebuch…Episode 5

Eigentlich ist das Corona Tagebuch seither kein richtiges Tagebuch gewesen, eher eine Art Zeitgeschichte zu Corona. Gestern ist dann aber doch etwas passiert, was mich zu einem erneuten Eintrag hier erwogen hat. Als ich nämlich am Nachmittag so am Zentralen Omnibusbahnhof lief, fiel mir eine große Anzahl von jungen Leuten auf. Die verhielten sich, als wäre nichts geschehen. Musik, Alkohol und Gerede der einfachen Art, man kennt das ja. Auch dass sie einem etwas hinterher rufen ist bekannt. Aber doch nicht in dieser Zeit! Sind die verrückt geworden? Die Welt steht Kopf und die kapieren es einfach nicht, dass sie jetzt nicht mehr so leben können wie bisher.

Es ist unfassbar, dass da die Polizei nicht kontrolliert. Machen sie doch sonst auch immer. Aber meist nur bei denen, wo sie keinen Ärger bekommen. Und bei der Versammlung dort, war zu erwarten, dass es zu einem Aufstand kommt. Aber wie soll man da wirklich vorgehen? Personalien aufnehmen? Bußgeld? Alle waren sie ohne Mundschutz, geschweige denn Sicherheitsabstand. Ein Jammer für die deutsche Gesellschaft, die ja bisher sehr vernünftig war.

Die Zahl derer, die mehr und mehr aufmüpfig werden, wird größer. Sollte es zu einem erneuten Stillstand kommen, werden viele diesmal nicht mitmachen. Die Skepsis ist noch schlimmer als das Virus. Freilich überfordert die momentane Situation so ziemlich jeden, aber ein bisschen mehr Einsicht sollte schon zu erwarten sein. Wenn man das nicht hinbekommt, dann möchte ich nicht wissen, wie das bei einer Kriegsgefahr ist.

Fortsetzung folgt…

Das Corona Tagebuch…Episode 4

Ja, schon seltsam, dieses Jahr und doch erinnern mich die letzten zwei Monate an das letzte Jahr. Mein Vater starb und ich zog mich zurück, total zurück. Nichts ging mehr, meine Mutter war ebenfalls schwer krank, man wusste nicht wie es weitergeht. So war ich denn die meiste Zeit zuhause, soviel ich konnte. Und irgendwie tat es mir gut.

Dieses Jahr nun ist es nochmal was anderes, doch die Auswirkungen sind gleich. Es überwiegt die Angst, da raus zu gehen und sich anzustecken. Eigentlich lockt einen das Wetter schon nach draußen, aber da ist auch noch die Pollenallergie, die leider sehr problematisch ist. Also doch die vier Wände bewohnen und online gehen. Online, ja, das gehen jetzt viele und mehr als je zuvor. Ich halte das manchmal auch nicht für das Beste, aber viel Möglichkeiten hat man sonst nicht.

Dieses Jahr wird trotz der Lockerungen anders verlaufen. Man kann froh sein, wenn keine zweite Welle kommt, vor der jetzt schon einige warnen. Urlaub kann man machen, ja, aber nicht unbedingt Tausende Kilometer weit weg. Deutschland hat auch seine Reize, warum überall hin reisen, wenn man nicht weiß, ob der Bund einen wieder zurückholen muss. Das kennt man ja bereits vom April her. Ich kann mich da mit weniger begnügen.

Gestern als ich zum Einkaufen ging, sah ich mir das Leben da draußen mal so an. Da sah man die jungen, die sich verhalten wie immer. Kein Mundschutz, egal ob zu fünft oder noch mehr, kein Abstand voneinander, gar nichts. Was soll das, ist es schon wieder alles egal? Die Älteren sind klar die Verlierer in der Krise, aber trotzdem muss jede Generation vorsichtig sein. Ich habe gelesen, dass Corona nicht nur zum Tode führt, was ja jeder weiß, nein, es kommt auch zu irreparablen Lungenschäden. Und die sind noch schlimmer als bei Rauchern. Also muss man höllisch aufpassen!

Fortsetzung folgt…

Das Corona Tagebuch…Episode 3

Ich nenne dies die Episode 3 des Corona Tagebuchs, aber eigentlich ist das schon etwa der 30. Beitrag seit der Krise, wie es ja jetzt überall heißt. Denn ich hätte wohl kaum so viele Beiträge veröffentlicht, wenn ich nicht so viel Zeit zuhause wäre. So viel zu dem. Ja, zuhause, das ist man durch das Home Office mehr denn je. Das hat wie schon erwähnt, Vor und Nachteile. Einer der Vorteile ist die Zeiteinteilung, das hat schon was.

Andererseits gibt es mehr im Leben, als zuhause zu sitzen. Bewegung wäre viel besser, als stundenlang ruhig zu sitzen. Die paar Schritte zur Küche um Kaffee zu machen, der Blick aus dem Fenster, der Gang zur Toilette, all das ist nicht viel Abwechslung bzw. Bewegung. Ich frage mich inzwischen öfter, ob, wenn unsere Vorfahren auch schon so gelebt hätten, die Menschheit wirklich noch bestehen würde. Da kommen doch erhebliche Risikofaktoren zustande, ohne Frage. Wer sich jetzt noch falsch ernährt, gar raucht, der wird schnell das Nachsehen haben.

Aber, heutzutage ist ja alles besser, heißt es oft. Gut, die Vergangenheit hat uns gelehrt, dass es früher auch nicht besser war. Da möchte wohl kaum einer zurück, sagen wir mal ins 19. oder 18. Jahrhundert. Ich könnte mir das auch nicht so recht vorstellen: Ohne elektrischen Strom z. B. und da hängt ja viel dran wie der Kühlschrank, natürlich die Beleuchtung der Räume, Waschmaschine, Kaffeemaschine….eines der wichtigsten Geräte für mich….und und. Nein, da sind wir doch froh, jetzt zu leben. Lediglich der Umstand: Corona müsste nicht sein, stimmt’s? Aber deshalb schreibe ich ja nun Tagebuch.

Fortsetzung folgt…

Das Corona Tagebuch…Episode 2

Nun ist es ja ganz schön im Home Office zu arbeiten, aber dennoch kann einem manchmal etwas missfallen. Hier ist es der Straßenverkehr, der ununterbrochen mit allerlei Getöse aufwartet. Ob LKW, PKW, Feuerwehr oder Polizei, alles macht einfach Lärm, der stört. Zumal man derzeit bei diesem schönen Wetter die Fenster doch länger geöffnet hat. Was tun? Axel Hacke hat mal gesagt, ihn störe das gar nicht, wenn nebenan andere Geräuschquellen sind, die u.a. lärmen. Tja, aber was soll ich machen: Ohrstöpsel rein? Nein, das muss nicht sein.

Eigentlich sollte ich mir wegen irgendwelcher Geräusche gar keine Gedanken machen, denn ich habe genügend zu tun. Man muss sich einfach dran gewöhnen, egal wie heftig es da draußen zu geht. Apropos heftig….da draußen…man könnte wirklich meinen, das Thema Corona sei ausgestanden. Aber mitnichten! Es wird ja angedacht, dass es zu einer weiteren, schwereren Welle kommt. Und dann kommen wieder verschärfte Maßnahmen. Eine höchst komplexe Geschichte, dieses Virus. Noch kann man nichts machen, kein Impfstoff wurde bisher gefunden. Einfach nichts!

Der Mensch ist schon ein komisches Tier, er kann sich einfach nicht reduzieren auf das Nötigste. Alles muss immer da sein, Auto, Reisen….am besten natürlich mit dem Flugzeug. Und immer weiter fort, in die entlegendsten Winkel dieser Erde. All das wird diese Zeit nicht besser machen, nein, es wird mehr und mehr zu einer Gefahr für Millionen. Ich komme mir oft vor, wie der einzige Mensch, der dagegen angeht. Alle anderen, so scheint es, nehmen das zu lässig. Freiheit ist ja schön und gut, aber manchmal muss man halt runter vom Gaspedal und umdenken. Neue Herausforderungen verlangen nach adäquaten Lösungen. So schwer kann das doch nicht sein!

Fortsetzung folgt…

Und dann kamst Du…Episode 13

Es hätte eigentlich keine Episode 13 mehr geben sollen. Oder doch? Ich war hin und her gerissen, was nur? Einen erneuten Anfang wagen, aber warum? Sie wollte zuerst auf Beziehung machen, dann in Sachen Freundschaft. Und wo stehe ich dabei? Mittendrin und doch ganz außen! Wie ich schon einmal zu ihr sagte: „Ich bin entbehrlich!“ Egal ob ich dabei bin oder nicht, es macht nichts aus. Meine Einstellung zu dem ganzen hat sich auch geändert, man könnte sagen: Konsequent geändert. Ich kann einfach nicht auf Dauer in der Form zusammen sein, es engt mich ein und schnürt mich zu. Das ist kein Zustand auf Dauer.

Es wird auch so weitergehen, ist es ja immer. Man kann halt nicht alles haben, ich bräuchte etwas ganz Neues, ohne Altlasten, so wie bei mir. Es gibt keine Ex Frau, Freundin und keine Anrufe von anderen Vergangenen. Ich lebe im Hier und Jetzt, nicht in der Vergangenheit, wo angeblich alles so toll war. Nein, Schnitt, es bringt einfach nichts! Ich dachte es mir fast von Anfang an: Erst hui dann pfui. Das kennt man leider zu gut, wenn man abgestreift wird, wie ein alter Mantel. Und so macht es keinen Sinn.

Ich hatte mich fast selbst aufgegeben, nur auf sie meinen Blick gerichtet. Mein Leben war mir mehr und mehr abhanden gekommen, was wollte ich überhaupt und warum? Wenn man sich so verhält, ist man entweder voll verliebt oder ein Dummkopf, oder gleich beides. Ich wusste ja nicht, wie lange das anhalten wird, aber nun bin ich aus diesem Traum aufgewacht. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, heißt es und das stimmt.

Das Corona Tagebuch…Episode 1

Eine seltsame Zeit, es ist als ob alles still stände, alles scheint so unwirklich. Zwar gibt es seit kurzem Lockerungen in gewisser Hinsicht, aber trotzdem ist in mir eine Leere und Stille sondergleichen. Ja, es wird so weitergehen, keine Frage, denn diese Welt braucht erst einen Impfstoff um aus diesem Tal herauszukommen. Und diesen gibt es nicht. Wahrscheinlich, so schätzt man, wird das rund in einem Jahr sein. Eine Menge Zeit also.

Mein Zustand, auch psychischer Art kommt wieder auf den Stand des letzten Jahres zurück, als ich mich zwingen musste, überhaupt raus zu gehen. Dann Monate des Glücks inklusive einer neuen Liebe, das Jahr hatte so gut angefangen. Jetzt ist alles auf dem Prüfstand, wie das weiterhin funktionieren soll, weiß ich nicht. Oder vielleicht doch ind ich will es mir nur nicht eingestehen? Wahrscheinlich schon, denn ich bin mir der Lage bewusst in der ich stecke. Beruflich ist es zwar ganz gut, aber der Mensch will mehr, oft zuviel.

Das Leben ist kein Wunschkonzert, so heißt es und das stimmt auch. Wünschen würde ich mir allerdings schon jemand, der mich in meinen Belangen versteht. Wer das sein kann, ist nicht die Frage. Hauptsache, es trifft tatsächlich ein. Warum nur sind die zwischenmenschlichen Beziehungen oft so kompliziert? Jeder hat seine Vorstellungen, ganz klar, aber man kann sich doch deshalb trotzdem das Gefühl geben, den Anderen so zu nehmen, wie er ist.

Heute ist Samstag, der 16. Mai und es ist Wochenende, aber was soll man da draußen großartiges tun, denn zuviele Leute sind nun wieder unterwegs. Mir hatten die Wochen der Ausgangsbeschränkungen eher gut getan. Zuviel Trubel brauche ich nicht. Also doch das übliche Programm: Kurz zum Einkaufen und rasch wieder nach Hause. Schönes Wochenende.

Fortsetzung folgt…

Und dann kamst Du…Episode 12

Eigentlich wäre ich jetzt am Ende dieser Geschichte angelangt. Wir sahen uns zwar Mitte März wieder, ich verbrachte vier Tage und Nächte bei ihr, jedoch kamen wir nicht mehr so nah zueinander, wie vorher. Z. B. Dieser Freitag, als ich zu ihr kam, weil sie ein Angebot einer Firma hatte, die Bettzubehör, wie Matratzen und Kissen vertreibt. Und zwar mit Hausbesuch. Ich hörte aufmerksam zu, was der Vertreter sagte, es war ein freundlicher Mann in meinem Alter etwa. Ja, aber er wollte einen Vertrag abschließen in beachtlicher Höhe, da musste man aufpassen. Jedoch hatte sie eingewilligt, aber mit Widerrufsrecht natürlich.

Eine Episode von vielen, wenn ich das so bedenke. Manches hatte ich nun schon aus ihrem Leben mitbekommen, sie einiges von mir. Doch wie sollte ich mich weiterhin verhalten. Einerseits wollten wir zusammen sein, andererseits strebte jeder auch nach Selbstständigkeit. Was auch kein Fehler ist. Durch dieses Virus das jetzt als Pandemie durch die Welt zieht, hat sich unser Zusammenleben ein zweites Mal reduziert. Sie als Hochrisikopatientin sollte keinen Kontakt zu anderen Personen haben. Ich will auch nicht unbedingt unter die Leute in dieser Zeit, also sitzen wir beide, jeder für sich daheim. Spitze!

Inzwischen gehe ich nur noch wenn es wirklich nötig ist, raus aus der Wohnung. Wir schreiben uns WhatsApp Nachrichten und telefonieren. Manchmal sehen wir uns beim Bäcker und hatten auch schon trotz allem miteinander im Treppenhaus oder auch in der Wohnung zusammen die Zeit verbracht. Wir reden gern und viel miteinander, das ist unbestritten unser hohes Gut. Inzwischen haben wir sogar ihren Geburtstag bei ihr in der Wohnung „gefeiert“. Ich war einige Tage und Nächte dort und wir kochten wieder zusammen. Sogar gegrillt wurde schon auf dem Balkon. Immer wieder kommen wir in Kontakt, aber mehr wird es wohl nicht werden.

Jemanden zu haben, mit dem man bis zum „Schluss“ lebt, wird es wohl nicht mehr in meinem Leben geben. So hatte einst die ganze Geschichte angefangen, mit der Angst, eines Tages in der Wohnung zu sein, ohne jemand, der einem helfen könnte und Beistand gibt. Ich weiß auch nicht wie viel Zeit mir bleibt. Sie hatte inzwischen zehn Jahre, die wie ein neues Leben für sie waren. Aber was kommt nun? Die Gesundheit ist nicht die beste, das weiß ich wohl, Komplikationen kommen immer dazu. Alles geht einmal zu Ende, das ist gewiss. Wann das ist, liegt nicht unbedingt in unserer Hand.